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    Erstes Kapitel

    Ausschnitt aus dem Hörbuch

    Flash ist Pflicht!
    Die Nachricht würde sich in nur einem einzigen Tag verbreiten, jeder würde es wissen. Sie würden es im Internet oder in der Zeitung lesen, sie würden es auf dem Weg zur Arbeit oder beim Morgenkaffee aus Funk oder Fernsehen erfahren. Sie würden es in ihre Handys rufen oder das Wort im Zug erhaschen. Sie würden in der Kaffeepause oder am Wasserspender darüber reden. Hastig niedergeschriebene Notizen würden über Mail-Verteiler verschickt oder an schwarze Bretter gepinnt werden. Enkel und Großeltern würden telefonieren, um die Neuigkeit auszutauschen. Die Nachricht würde sogar über einen Prompter am Times Square laufen, sie würde in London auf Reklametafeln und weltweit auf News Tickern erscheinen. Fernsehsendungen würden unterbrochen werden, im Frühstücksfernsehen wäre von nichts anderem mehr die Rede. Man würde in Klassenzimmern hinter vorgehaltener Hand tuscheln und es einander auf Spielplätzen zurufen. Manche würden lachen, andere weinen, aber alle wären betroffen.
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    Eintrag: 29.04.2009 / 11:25Stefanie SchnürerKomentare: 2

    Viertes Kapitel

    Ausschnitt aus dem Hörbuch

    Flash ist Pflicht!
    Nur wenige Stunden nach Ankündigung des Erscheinungstermins von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes hatte das Buch Platz eins auf der Bestsellerliste von Amazon erklommen. Beim letzten Titel der Reihe gab es sechsmal mehr Vorbestellungen als beim sechsten Band, dabei hatte dieser bereits alle Rekorde von Band fünf gebrochen. Innerhalb von zwei Tagen waren bei Amazon.co.uk 100.000 Bestellungen eingegangen – beim vorigen Titel wurde diese Zahl in den USA, deren Markt fünfmal größer ist, erst nach sechs Wochen erreicht.

    Dreizehn Jahre zuvor hatte Jo Rowling noch mühsam versucht, ihr Buch überhaupt zu verkaufen. Der »Brief«, den sie damals mit blauer Tinte an den Agenten Christopher Little geschrieben hatte, ist lediglich ein Zettel, das Papier ist mit den Jahren ganz durchscheinend geworden. Sie hatte sich offensichtlich nie damit auseinandergesetzt, wie man Bewerbungsschreiben formuliert, auch gewisse Standardsätze fehlen völlig. Es gibt keine geschliffene Vorrede, keine Referenzen, keine Verkaufsstrategie. Sie hatte sich an Christopher Little gewandt, weil ihr der Name gefiel, und den hatte sie in einer Liste Londoner Literaturagenturen gefunden. Der Brief ist auf Juni 1994 datiert – dabei hatte sie ihn 1995 geschrieben.
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    Eintrag: 28.04.2009 / 11:28Stefanie SchnürerKomentare: 2

    Siebzehntes Kapitel

    Ausschnitt aus dem Hörbuch

    Flash ist Pflicht!
    Jo versuchte, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten. Vor sechs Monaten und neun Tagen hatte sie das Buch zu Ende geschrieben, vergraben im Balmoral Hotel in Edinburgh, in Jeans, ungeschminkt, mit Brille, zwischen zerknülltem Kaugummipapier und lippenstiftverschmierten Kaffeetassen. Nun saß sie auf einem Thron vor zweitausend leuchtenden, jungen Gesichtern. Das große Atrium des London Natural History Museum war in dunkelblaues, pinkfarbenes und gelbes Licht getaucht. Wochenlang hatte sie um Harry getrauert und um das, was er für ihr Leben gewesen war. Sie würde trauern bis zu ihrem Geburtstag am 31. Juli, dann würde sie weinen wie noch nie zuvor, abgesehen von der Nacht, in der ihre Mutter gestorben war. Nun war die Trauer ein wenig abgeklungen, sie trug ein glitzerndes, goldenes Jackett und begrüßte ihr Publikum. Sie beantwortete Fragen zu der Reihe, dann fingen die Kameras an zu drehen und sie dachte: ›Das ist es. Das ist das letzte Mal.‹
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    Eintrag: 27.04.2009 / 11:30Stefanie SchnürerKomentare: 2

    Nachwort

    Ausschnitt aus dem Hörbuch

    Flash ist Pflicht!
    Der Taxifahrer wusste, zu wem ich wollte, als ich ihm die Adresse nannte. Seine ergrauende Augenbraue schnellte hoch wie ein Zeigefinger, und sein Blick, den ich im Rückspiegel sah, schien zwischen Respekt und Verdacht zu schwanken. Vielleicht hatte er Angst, eine verrückte Frau zu transportieren, die sich dann gegen das Gartentor warf und daran kleben blieb wie ein Seestern am Aquarium … Ich sah aus dem Fenster, es war bequem und warm in meinen Jeans und meinen flachen Stiefeln.
    »Sie ist eine reiche Lady«, sagte er dann.
    »Mm.«
    »Sind Sie nach Edinburgh gekommen, um sie zu besuchen?«
    Ich nickte. Sobald es mir möglich gewesen war, war ich auf direktem Weg gekommen. Auf dem Flughafen hatte mich ein riesiges Plakat von Jo begrüßt: lächelnd und winkend, nachdem sie die Ehrendoktorwürde der University of Edinburgh bekommen hatte. Es war ein so fröhlicher Anblick, dass man meinen konnte, sie sei das offizielle Maskottchen der Stadt. Ich lachte und winkte zurück.
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    Eintrag: 26.04.2009 / 14:57Stefanie SchnürerKomentare: 1